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Esbjerg Rasiermesser

Rasiermesser und die Kunst der Rasur

Messer mit Wechselklinge zum Einstieg

Neulingen auf diesem Gebiet, seien an dieser Stelle Rasiermesser mit wechselbarer Klinge ans Herz gelegt. Diese vereinfachte Form des Rasiermessers nennt man Wechselklingenmesser oder auch Shavette. Diese schneiden zwar nicht ganz so perfekt wie klassische Rasiermesser, das Handling ist jedoch ähnlich und die Verletzungsgefahr aufgrund der geringeren Schnitttiefe geringer als bei einem klassischen Rasiermesser. Trotzdem scheiden sich unter Klingenkennern hier die Geister: Manche sagen, wer die Shavette beherrscht wie ein Italiener die Gabel beim Spaghetti Essen, ist reif für die höchste Stufe: der Rasur mit dem klassischen Rasiermesser. Andere wiederum meinen, dass Shavetten Fehler bei der Rasur weniger leicht als ein Messer verzeihen. Speziell für jene Männer, die eben erst dabei sind die Messerrasur auszuprobieren und noch unentschlossen sind, ob sie auch dabei bleiben, ist die Shavette als kostengünstige Anschaffung in jedem Fall ratsam.

Rasiermesser

Üblicherweise ist die Klinge des Rasiermessers aus Kohlenstoffstahl (Karbonstahl) und seltener aus rostträgem (umgangssprachlich rostfrei/inox) Stahl gefertigt. Im Vergleich ist Kohlenstoffstahl härter sowie beständiger, erlangt eine höhere Schärfe und lässt sich schneller/einfacher schärfen. Bei der Schnitthaltigkeit schneidet hingegen rostträger Stahl – bei guter Qualität des Stahls – besser ab. Rostträger Stahl erfordert jedoch mehr Aufwand beim Schleifen und auch geringe Abweichungen in der Stahlqualität können dazu führen, dass solch ein Rasiermesser kaum auf die nötige Rasurschärfe gebracht werden kann. Doch ein gut geschliffenes Rasiermesser aus rostträgem Stahl steht jenen aus Karbonstahl kaum nach und ist deutlich unempfindlicher gegen Rostflecken, die bei unsachgemäßer Pflege und Aufbewahrung entstehen können.

Superscharf und Supersanft

Die meisten Rasiermesser verfügen über einen Hohlschliff und die Klingenbreite wird traditionell in Achtel-Zoll angegeben. Für unerfahrene Benutzer sind Rasiermesser mit Rundkopf und den heute häufigsten Klingenbreiten von 5/8 bis 6/8 Zoll zu empfehlen. Bei 7/8 und 8/8 Zoll Klingen sowie anderen Kopfformen kann das Risiko sich bei der Rasur zu verletzen für ungeübte Benutzer ein wenig höher sein, da die Führung der Klinge erst erlernt werden muss. Mit etwas Übung sind aber auch diese Messer leicht zu beherrschen.

Zudem unterscheidet man verschiedene Klingenkopfarten. Der Gradkopf ist beispielsweise gut für Konturen geeignet, da die Schneide rechtwinkelig zum Messerende verläuft. Der Rundkopf und der französischen Kopf sind hingegen abgerundet, was die Rasur etwas einfacher gestaltet. Der spanische Kopf (mit konkaver Stirnlinie) und ein sogenannter „Barbers notch“ wiederum können helfen die Ohrläppchen verletzungsfrei zu halten ohne dabei auf die Klingenspitze verzichten zu müssen. In jedem Fall benötigt die Haut Zeit, um sich auf die Messerrasur umzustellen. Wichtig ist auch eine gründliche Vorbereitung um das Barthaar gut aufzuweichen.

Führung des Rasiermessers

Das wichtigste Kriterium für eine angenehme Rasur mit dem Messer bleibt nach wie vor die Führung des Rasiermessers im richtigen Winkel. In der Regel heißt es, dass ein Winkel im 30° Bereich möglichst konstant eingehalten werden sollte. Doch es empfiehlt sich, diesen Wert als das anzusehen, was er ist: ein Richtwert. Ein 30° Winkel ist bei der Rasur in Wuchsrichtung meist der richtige Weg. Bei der Rasur gegen/quer zur Wuchsrichtung oder an besonderen Stellen kann aber auch ein flacherer bzw. steilerer Winkel nötig sein. So verschieden Gesichter und Bärte sind, so verschieden sind letztlich auch die individuellen Tricks und Kniffe die jeder mit wachsender Rasurerfahrung entwickelt. Das einzige Rezept ist: Üben, üben und ausprobieren, um der eigenen Rasurtechnik den Feinschliff zu geben.

In jedem Fall bedarf es konsequenter, täglicher Übung, bis man das Kinn mit einem Rasiermesser zufriedenstellend rasieren kann. Je nach Geschicklichkeit hat man nach einiger Zeit die Handhabung verinnerlicht und derart optimiert, dass man sich zu den Könnern in punkto Messerrasur zählen kann. Ein professioneller Rasurkurs kann hilfreich sein, um sein Ziel schneller zu erreichen.

Ledern

Im Vergleich zu anderen Rasurmethoden fallen beim klassischen Rasiermesser keine weiteren Kosten an. Dafür ist die Pflege anspruchsvoller. Die Klinge des Rasiermessers muss vor jeder Rasur auf einem Lederriemen abgezogen werden. Man spricht hier von „ledern“. So kann sich der feine Grat der Messerschneide wieder aufrichten, kleine Unebenheiten werden ausgeglichen. Durch gekonntes Ledern kann ein gut geschärftes Messer lange Zeit rasurscharf gehalten werden (auch jahrelang!). Doch auch die beste und schärfste Klinge wird mit der Zeit stumpf, dann muss diese geschärft werden. Es gibt weitere Gründe, die dazu führen können, dass ein neuer Schliff nötig wird:

Falsche Technik beim „ledern“ oder auch ein minderwertiges Ledern können den rasurscharfen Grat abrunden und somit die Klinge abstumpfen lassen. Dies wird als „ballig machen“ bezeichnet. Kleine Ausbrüche (mit freiem Auge nicht oder kaum erkennbar) können die Klinge ruppig und unsanft machen. Ungewollter heftiger Kontakt mit dem Waschbecken oder den Armaturen kann zu Ausbrüchen/Scharten in der Klinge führen, die eventuell einen neuen Schliff notwendig machen.

Durch das Schärfen auf geeigneten Schleifsteinen lassen sich stumpfe Klingen wieder auf „Rasurschärfe“ bringen und auch kleinere Ausbrüche wieder begradigen. Das Schärfen eines Rasiermessers erfordert eine spezielle Technik und auch eine andere Ausrüstung als das Schärfen von Küchen- oder Taschenmessern und sollte daher anfangs nur einem Könner überlassen werden.

Messerliebhaber lassen ein Rasiermesser nach der Rasur mindestens 24 Stunden lang ruhen. In dieser Zeit hat der hauchfeine Grat an der Facette die Möglichkeit, sich wieder aufzurichten. Ideal wäre es, mindestens zwei Rasiermesser zu besitzen, die man abwechselnd verwendet. So könnte jede Klinge großzügige 48 Stunden lang ruhen und bleibt bei richtiger Behandlung länger scharf. Das erinnert an die seinerzeit verbreiteten „Wochensätze“. Damals hatte jedes Rasiermesser einen Wochentag eingraviert und wurde folglich nur einmal in der Woche verwendet. Diese Wochensätze sind unter Sammlern wieder sehr beliebt. Klingen aus Solingen – dem Zentrum der deutschen Klingenfertigung – genießen einen außerordentlich guten Ruf. Zu Recht, denn die Passgenauigkeit bei der Rasur ist nicht zu übertreffen und daher auch jeden Cent wert.

Ein gutes Rasiermesser hat man ein Leben lang. Auch wenn man sich für ein teures Messer entscheidet, lohnt es sich im Vergleich zu den Kosten, die für den Nachkauf von Klingen anfallen.

Sammlerobjekt

Rasiermesser Neben seiner Funktion als Werkzeug in der Nassrasur ist das Rasiermesser immer auch ein ästhetisches Objekt. Viele Messer sind kostbare Objekte außerordentlicher Handwerkskunst und begehrte Sammlerobjekte. Die Ausführungen reichen von Verzierungen über Intarsien bis hin zur Goldätzung. Für Griff/Schale kommen zumeist edle Materialien zum Einsatz. Darunter finden sich Hölzer wie Mooreiche, Olivenholz, Grenadill und Raritäten wie schwarz-weißes Ebenholz, aber auch Perlmutt und Horn. Günstigere Varianten sind hingegen mit Kunststoff verarbeitet. Für die Kaufentscheidung ist bezüglich Griff /Schale wichtig, dass die Haptik stimmt und das Messer gut in der Hand liegt.

Kopfformen

  • Gradkopf/Amerikanischer Kopf: Der Kopf läuft an beiden Enden im rechten Winkel aus. Ermöglicht eine präzise Konturenführung, birgt aber das Risiko der Verletzung durch seine spitzen Enden. Nur etwas für Könner.
  • Rundkopf: Der abgerundete Kopf ist bei in der Messerrasur sehr beliebt und weit verbreitet, da es keine spitzen Enden gibt. Für Anfänger die beste Wahl.
  • Französischer Kopf: Der Kopf läuft in einem Viertelkreis mit spitzem Klingenende aus. Präzise wie die Gradkopfklinge und ebenso ein Werkzeug für Profis der Messerrasur.
  • Spanischer Kopf: Der Kopf weist einen leichten Radius nach innen auf, was die Konturführung erleichtern soll. Solider Klingentyp für Fortgeschrittene.
  • Schorkopf bezeichnet eine spezielle Art des Messerkopfes, dessen Stirn facettiert geschliffen ist.

Schliffarten

  • Derb: Das Messer ist nahezu keilförmig geschliffen und kaum hohl. Diese Form ist seltener zu finden.
  • Viertelhohl: Leichter Hohlschliff.
  • Halbhohl: Der halbe Hohlschliff ist weit verbreitet, wird aber zunehmend durch die vollhohle Variante ersetzt.
  • Vollhohl: Diese Klinge ist extrem dünn und flexibler als das halbhohle Pendant. Der vollhohle Schliff wird von vielen Männern als angenehmer auf der Haut wahrgenommen.
  • Extrahohl: Besonders aufwändige Schleifform, bei der die extrem flexible Klinge stark auf Druckunterschiede reagiert. Die extrahohl geschliffene Klinge ist für Routiniers in der Messerrasur geeignet.

Derbe Klingen wurden vornehmlich vor 1900 hergestellt und frei von Hand geschliffen. Heute zählen diese Klingen zu den begehrtesten Sammlerobjekten. Durch den freihändigen Schliff war es – im Gegensatz zu den heute gängigen stark hohlgeschliffenen Messern – möglich, die Schneide in einem sanften Bogen verlaufen zu lassen. Dieses „Lächeln“ erlaubt einen besonders tiefen und gründlichen Schnitt der Barthaare und erleichtert die Rasur an schwierigen Stellen, die man mit einer geraden Klinge oftmals schlecht erreicht. Der derbe Schliff ist besonders für drahtiges und starkes Barthaar sehr gut geeignet, da die Klinge durch das hohe Eigengewicht ruhig und ohne Kraftaufwand gleiten kann. Mittlerweile gibt es Messermanufakturen, die wieder derbe Klingen meisterlich herstellen, auch in 8/8 Zoll Klingenbreite.

Esbjerg Rasiermesser


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  • Esbjerg-Aust – 5/8 Rasiermesser, Bocoteholz, französischer Kopf

    139,00

    inkl. 20% MwSt.

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  • Esbjerg-Aust – 6/8 Rasiermesser, Kunststoffheft, Rundkopf

    129,00

    inkl. 20% MwSt.

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  • Dovo- Shavette blau

    29,00

    inkl. 20% MwSt.

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  • Esbjerg-Aust – 6/8 Rasiermesser, Silber Applikation, Kullenrücken, Grenadillholz, französischer Kopf

    598,00

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9 Punkte Rasiermesser Kurzanleitung

  1. Je schärfer das Messer desto geringer das Verletzungsrisiko. Eine stumpfe Klinge verleitet zu mehr Druck und erhöht die Gefahr von Schnittverletzungen.
  2. Klappen Sie das Rasiermesser vorsichtig auf und halten Sie es mit Daumen und Zeigefinger so, dass die geöffnete Schale vom Gesicht weg weist.
  3. Die gut eingeschäumte Hautpartie mit einer Hand gut spannen und während der gesamten Rasur gespannt halten.
  4. Mit den glatten Gesichtsstellen beginnen. Am besten eignen sich dafür die Wangen.
  5. Bewegen Sie das Messer im 30° Winkel zunächst nur in Bartwuchsrichtung. Falls notwendig, versuchen Sie es beim nächsten Rasurdurchgang vorsichtig gegen den Strich. An den Wangenknochen, am Kinn und an der Oberlippe das Messer weniger steil halten.
  6. Das Rasiermesser gleichmäßig führen und nicht stark aufdrücken.
  7. Die Klinge niemals horizontal bewegen, da es so zu tiefen Schnitten kommen kann.
  8. Während der Rasur den Schaum mit einem feinen Tuch vom Rasiermesser abwischen – nicht reiben! Vorsicht beim Grat!
  9. Verkantet die Klinge beim Einklappen oder fällt auf den Boden muss sie professionell geschärft werden. Einfaches Abledern genügt in so einem Fall nicht.

Pflege des Rasiermessers

Nach einer Rasur sollte die Klinge des Rasiermessers mit klarem Wasser gut abgespült werden. Danach tupft man es mit einem weichen Tuch vorsichtig ab – niemals reiben, und lässt es an einem sicheren Ort offen trocknen.

Während der Rasur wird ein Rasiermesser stark beansprucht, sodass geringe Verformungen auf der Schneide auftreten. Daher sollte man das Rasiermesser nach einer Rasur mindestens 24 Stunden ruhen lassen. Innerhalb dieser Zeit stellt sich ein Großteil des Grates wieder von selbst auf und das Messer wird geschont.

Das Abziehen oder Abledern des Rasiermessers erfolgt vor jeder Rasur, damit die Schneide ihren optimalen Schärfegrad erreicht. Rasiermesser flach auf den Streichriemen auflegen und mit sanftem Druck in Richtung Klingenrücken streichend über das Leder ziehen und über den Rücken wieder Richtung Körper ziehen. Nicht vergessen: Immer weg von der Schneide! Ein Richtungswechsel über die Schneide lässt diese rund werden und den Schnitt verlieren. Das Nachschärfen vom Fachmann ist in diesem Fall nötig.

Stoßriemen sind die beste Wahl für Einsteiger, während das Abledern mittel Hängeriemen schon einiges an Können erfordert. Bereits auf der Rückseite beschichtete, das bedeutet mit Schleifpaste versehene, Stoßriemen haben den Vorteil, dass das enthaltene Poliermittel auf einer Seite zugleich die Schneide poliert. Diese Seite des Riemens ist jedoch nicht für den täglichen Gebrauch vorgesehen und nur von geübten Anwendern zu benutzen.

Das Rasiermesser an einem trockenen und belüfteten Ort aufbewahren, damit es keinen Rost ansetzt. Sollte das Messer längere Zeit nicht verwendet werden, ist es ratsam, einige Tropfen Öl zum Schutz der Klinge aufzutragen.

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